Es hat nicht sein sollen für das deutsche Team. Bei der Dreiband Team-Weltmeisterschaft in Viersen spielten Martin Horn und Amir Ibraimov über vier Tage ein fantastisches Turnier, das die zahlreichen Zuschauer in der vollbesetzten Festhalle mehr als einmal in seinen Bann zog, doch der ganz große Wurf wollte nicht gelingen.
Der letztjährige Silbermedaillengewinner Vietnam, diesmal mit Tran Thanh Tu Nguyen und Quyet Chien Tran nach Deutschland gereist, war im Finale den einen Tick stärker und entschied beide Einzel für sich. Diese wurden wie gewohnt parallel gespielt, wobei sich Tran gegen Martin Horn sofort absetzen konnte. Teilweise betrug der Vorsprung rund ein Dutzend Punkte, doch bis zur Halbzeitpause war der Deutsche mit einem 18:20-Rückstand schon wieder auf Schlagdistanz.
Anschließend sah es sogar so aus, als ob sich Horn würde absetzen können, doch binnen zwei Aufnahmen wendete sich das Blatt erneut. Quyet Chien Tran erzielte Punkt um Punkt und erreichte letztlich als Erster die magische Zahl von vierzig Punkten. Da Horn das Match eröffnet hatte, gab es auch keine Möglichkeit zu einem Nachstoß.
Parallel konnte sich Tran Thanh Tu Nguyen im Laufe des Spiels immer weiter von Amir Ibraimov absetzen. Spannender wurde es, nachdem Tran gegen Horn gewonnen hatte und alle Augen auf Nguyen gerichtet waren. Er hatte sichtlich Schwierigkeiten, den Sack zuzumachen, und ließ somit den jungen Deutschen wieder ins Match. Dieser konnte aber nicht genügend Kapital daraus schlagen und musste mit ansehen, wie Nguyen den entscheidenden Punkt zum 40:34 erzielte. Somit stand der Weltmeistertitel für Vietnam fest.
Halbfinale Vietnam – Schweden 3:2
Im ersten Halbfinale traf Vietnam auf Schweden. Quyet Chien Tran konnte sich gegen Torbjörn Blomdahl nach der Pause zur Mitte des Spiels von seinem Gegner absetzen und war bei 40:30 als Erster über der Ziellinie. Blomdahl hatte noch den Nachstoß, dabei gelangen ihm beachtliche sechs Punkte. Zum Ausgleich reichte es aber nicht mehr.
David Pennor hatte für die Schweden im Parallelspiel hingegen das bessere Ende für sich. Gegen Tran Thanh Tu Nguyen hielt er seine knappe Führung und transportierte diese bis zum 40:36-Endstand. Nguyen gelangen im Nachstoß nur zwei Zähler, sodass das Scotch-Double über den Finalteilnehmer entscheiden musste.
In diesem begannen die Vietnamesen im Eiltempo und spielten eine fantastische Serie von elf Punkten. Trotzdem war noch nichts entschieden, denn die Schweden kämpften sich ein wenig heran. Nach einer dann folgenden Phase mit vielen Safeties und ausgelassenen Möglichkeiten gelang es Team Vietnam, die noch fehlenden Punkte zum 15:7 und zum Finaleinzug zu erzielen.
Halbfinale Deutschland – Kolumbien 3:2
Auch im zweiten Halbfinale musste das Scotch Double die Entscheidung bringen. Amir Ibraimov konnte sich hauchdünn mit 40:38 gegen Huberney Catano durchsetzen, und bei Martin Horn gegen Pedro Gonzalez lief alles auf ein 40:40-Unentschieden hinaus. Der Deutsche hatte nämlich bei 39:40 den Nachstoß, verpasste zum Entsetzen von sich selbst und den unzähligen deutschen Fans auf den Rängen aber diesen Standardball.
Amir Ibraimov kam direkt zu seinem Teamkollegen und musste diesem wieder etwas Mut zusprechen und verwies dabei auf das anstehende Doppel. Dies zeigte Wirkung, denn Horn/Ibraimov starteten in diesem direkt mit einer Serie von acht Punkten. Bis dann der Sieg endgültig feststand, dauerte es zwar noch ein wenig, das Ergebnis von 15:7 zu Gunsten der Gastgeber war aber dennoch vergleichsweise deutlich.
Damit endet die 38. Auflage der Dreiband Team-Weltmeisterschaft im deutschen Viersen. Erneut war die Festhalle als Austragungsort vorzüglich für dieses Event geeignet. Die zahlreichen Zuschauer machten diese zu einem wahren Hexenkessel und sorgten für unvergleichliche Stimmung. Die Sportler, allen voran auch das deutsche Duo, dankten es ihnen mit Weltklasse-Leistungen und machten damit beste Werbung für den Dreiband-Sport.
Ergebnisse des Finaltages
Halbfinale:
Schweden – Vietnam 2:4
Deutschland – Kolumbien 4:2
Finale:
Vietnam – Deutschland 4:0

