Deutschland nach Herzschlag-Finale in der Vorschlussrunde
Das war nichts für schwache Nerven! In einem an Dramatik wohl kaum zu überbietenden Viertelfinale hat das deutsche Duo bei der Dreiband-Team-Weltmeisterschaft in Viersen das morgige Halbfinale erreicht.
Gegen die spanische Mannschaft gestalteten sich beide Einzel im abendlichen Viertelfinale zu einer knappen Angelegenheit. Martin Horn und Ruben Legazpi waren im Prinzip über die ganze Spielzeit mehr oder weniger gleichauf. Gegen Ende schien das Pendel zugunsten des Spaniers auszuschlagen. Mit schier unendlicher Nervenstärke kam Horn jedoch wieder heran und holte mit einem 40:38-Sieg den ersten Punkt.
Parallel stand Amir Ibraimov zunächst deutlich auf der Verliererstraße. Im letzten Drittel der Partie verlor Sergio Jimenez seinen Rhythmus und verharrte lange bei 31 Punkten. Ibraimov, zunächst über fünfzehn Punkte in Rückstand liegend, holte Ball um Ball auf und war bei 29:31 auf Schlagdistanz. Dann verschaffte sich Jimenez mit einer 4er-Serie ein wenig Luft. Dies reichte letztlich, um mit einem 40:37 für den Ausgleich zu sorgen.
Somit ging es also ins Doppel auf 15 Punkte. Legazpi/Jimenez legten hierbei furios los und waren nach wenigen Augenblicken mit 9:1 in Führung. Doch Horn/Ibraimov gaben sich nicht auf und drehten die Partie mit einer Serie von neun Punkten.
Bei 14:11-Führung war es dann schließlich Youngster Ibraimov vorbehalten, für die Entscheidung zu sorgen. Mit dem letzten Punkt fiel sich das deutsche Duo in die Arme, und die Viersener Festhalle stand quasi Kopf. Unter Standing Ovations wurde Team Deutschland minutenlang bejubelt und aus der Halle verabschiedet.
Im morgigen Halbfinale trifft Deutschland um 13 Uhr nun auf Kolumbien, die ihrerseits Titelverteidiger Niederlande in einem nicht minder spannenden Spiel besiegten. Huberney Catano gelang es dabei, dem stets in Führung liegenden Glenn Hofman auf den Fersen zu bleiben und diesen auf den letzten Metern noch zu überholen. Somit konnte er die Niederlage seines Kollegen Pedro Gonzalez gegen Dick Jaspers ausgleichen.
Daher ging es also auch in diesem Match ins Scotch Double, welches bei 14:13-Führung für die Niederlande seine nächste Dramatik erlebte. Hofman verpasste den Matchball gleich zweimal um wenige Millimeter, ehe Team Kolumbien die nächste Chance nutzen konnte und die zwei fehlenden Punkte erzielte.
Am späten Nachmittag standen zuvor die ersten beiden Viertelfinals auf dem Programm, wobei die Türkei hier auf Vietnam traf. Diese Partie wog über die komplette Spielzeit hin und her, und es war schwer vorauszusehen, wer denn am Ende gewinnen würde. Letztlich waren es die Vietnamesen, die zulegen konnten und beide Einzel zum Halbfinaleinzug gewannen.
Zu einem weiteren Krimi avancierte das Match zwischen Schweden und den USA. Während Torbjörn Blomdahl für die schwedische Führung sorgte, egalisierte diese wenig später Pedro Piedrabuena. Somit musste abermals das Scotch Double entscheiden.
Bei 5:5-Zwischenstand fiel eine kleine Vorentscheidung, als die Skandinavier eine Serie von acht Punkten aufs Brett zauberten. Die USA gab sich aber keineswegs geschlagen und verkürzte auf 12:14. Dann aber war es Blomdahl vorbehalten, den siegbringenden Punkt für sein schwedisches Team zu erzielen. Er und sein Teamkollege David Pennor fielen sich abschließend überglücklich in die Arme.
Am frühen Nachmittag war zuvor die Gruppenphase zu Ende gegangen. Die Türkei setzte sich dabei sicher gegen Japan durch, und Kolumbien schlug Jordanien ebenso glatt mit 4:0. Das deutsche Duo hatte trotz anfänglicher Schwierigkeiten am Ende gegen Mexiko mit 4:0 die Nase vorn, während sich Frankreich und Vietnam unentschieden trennten.
Ergebnisse des dritten Tages
Gruppenphase:
Deutschland – Mexiko 4:0
Vietnam – Frankreich 2:2
Türkei – Japan 4:0
Kolumbien – Jordanien 4:0
Viertelfinale:
Türkei – Vietnam 0:4
Schweden – USA 3:2
Deutschland – Spanien 3:2
Niederlande – Kolumbien 2:3

